Die sieben Dinge, die eine Firmen-Website sofort verraten

Nach ein paar hundert Audits tauchen dieselben Muster immer wieder auf. Was Ihre Website verrät, bevor jemand auch nur scrollt.

Wir schauen uns jede Woche 3–5 Firmen-Websites an, bevor wir in Erstgespräche gehen. Nach ein paar hundert Audits haben sich Muster herausgebildet: bestimmte Signale tauchen auf Websites auf, die geschäftlich nicht performen — und sie tauchen in einer verräterischen Konstellation auf.

Hier sind die sieben Dinge, die ein geschultes Auge sofort sieht — und was sie bedeuten.

1. Die Startseite versucht, alles zu erklären

Wenn die erste Überschrift „Willkommen bei [Firmenname]" lautet und darunter fünf Service-Blöcke in gleicher Gewichtung stehen, ist die Website ohne Strategie gebaut. Sie bedient niemanden konkret, weil sie alle bedienen will.

Besser: eine Hauptbotschaft, die klar macht wem die Firma welches Problem löst. Alles andere kann eine Ebene tiefer wohnen.

2. Kein sichtbares CTA „above the fold"

In der ersten Bildschirmhöhe — dem Bereich, den Nutzer ohne Scrollen sehen — muss ein klarer Handlungsaufruf stehen. „Kontakt" in der Navigation zählt nicht. Ein Button mit spezifischem Text („Sichtbarkeits-Check buchen", „Angebot anfragen", „Beratungstermin vereinbaren") schon.

Websites ohne dieses CTA haben keinen Conversion-Trichter — sie hoffen, dass Besucher sich den Weg selbst suchen. Die meisten tun das nicht.

3. Stockfotos von lachenden Meetings

Das generische Business-Bild ist das schnellste Vertrauensgift. Jeder erkennt Stockfotos sofort — und jeder zieht die gleiche Schlussfolgerung: „Diese Firma konnte oder wollte nicht in eigene Fotos investieren."

Minimum: ein Fotograf für einen halben Tag, echte Räume, echte Menschen. Das unterscheidet eine 2010er-Website von einer, die Vertrauen schafft.

4. Kontaktdaten verstecken sich

Telefonnummer nur im Impressum. Keine Öffnungszeiten. Kein Ort im Header. Adresse in einem PDF zum Download. Das sind keine Zufälle — das sind Zeichen dafür, dass die Firma entweder nicht gut organisiert ist oder aktiv verhindert, dass Menschen sie erreichen. Beides vertreibt Kunden.

Quick-Win

Telefonnummer als klickbarer tel:-Link in Header und Footer. Adresse mit Google-Maps-Einbettung auf der Kontaktseite. Öffnungszeiten als Text (nicht als Bild — damit Google sie indexieren kann).

5. „Leistungen" als Unterseiten-Friedhof

Navigation öffnet sich, zeigt zehn Unterseiten. Jede Unterseite hat 150 Wörter, drei Icons und einen generischen Stock-Text. Das ist der Klassiker einer Website, die zwar „SEO-optimiert" sein will, aber substanziell nichts zu sagen hat.

Google misst seit 2022 Content-Tiefe über die „Helpful Content"-Signale. Eine Service-Seite mit 1.200 Wörtern echter Information schlägt zehn Seiten mit jeweils 150 Wörtern fast immer.

6. Mobile Ladezeit > 4 Sekunden

Der Largest Contentful Paint (LCP) entscheidet in vielen Fällen über Ranking und Absprungrate. Laut Google-Daten steigt die Wahrscheinlichkeit eines Absprungs um 32 %, wenn die Ladezeit von 1 auf 3 Sekunden steigt — und um 90 %, wenn sie auf 5 Sekunden wächst.

Die häufigsten Ursachen auf Unternehmens-Websites:

Die gute Nachricht: das sind alles lösbare Probleme. Die meisten kosten Arbeitsstunden, kein neues Theme.

7. Keine echten Kundenstimmen

„Zufriedene Kunden weltweit" ohne Name, ohne Foto, ohne konkreten Anwendungsfall sind in 2026 ein Vertrauensminus, nicht ein Plus. Jeder weiß, dass diese Texte von einem Agentur-Copywriter stammen.

Was funktioniert:

Was Sie in 30 Minuten tun können

Wenn Sie Ihre eigene Website anschauen: Gehen Sie die sieben Punkte durch. Wenn Sie bei 4 oder mehr „ja, das trifft zu" denken, hat die Seite ein strukturelles Problem, kein kosmetisches.

Ein Redesign ist dann selten die richtige Antwort — meistens reicht eine gezielte Neugestaltung der Startseite, drei echte Service-Seiten und ein halber Fototag. Der Aufwand liegt unter dem, was viele Kunden denken.

Häufige Fragen

Was sind Core Web Vitals?

Core Web Vitals sind drei Google-Kennzahlen zur Messung der Nutzererfahrung: Largest Contentful Paint (Ladezeit), Interaction to Next Paint (Reaktivität) und Cumulative Layout Shift (visuelle Stabilität).

Wann braucht eine Website ein Redesign?

Ein vollständiges Redesign lohnt sich selten. Meistens reichen gezielte Eingriffe an der Startseite, drei überarbeitete Service-Seiten und ein halber Fototag, um die wichtigsten Probleme zu lösen.

Wie lang sollte eine Service-Seite sein?

1.000 bis 1.500 Wörter mit echter Information schlagen zehn kurze Seiten mit jeweils 150 Wörtern Standardtext. Google bewertet seit 2022 Content-Tiefe über die Helpful-Content-Signale.

Wie steht Ihre Seite da?

Wir auditen Ihre Website kostenfrei gegen die sieben Punkte — mit konkretem Maßnahmenplan und Priorisierung nach Aufwand und Wirkung.

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